Sonntag, 26. März 2017

the pottery

Eine abgelegene Kleinstadt. Verfallene Häuser und zugewucherte Bahnanlagen lassen darauf schließen, dass die hiesige Einwohnerzahl in den letzten Jahren wohl mehr und mehr gesunken sein muss. Das trübe Licht dieses kalten Januartages verstärkt die triste Stimmung nur noch mehr. Harschiger Schnee knirscht unter unseren Sohlen, als wir uns an die alte Steingutwarenfabrik heranpirschen.
Was wir drinnen vorfinden, ist wahres Gold für jeden Explorer: die Regale sind voll von Rohlingen und Gussformen und das Meiste davon scheint tatsächlich noch in dem Zustand zu sein, wie es einst verlassen wurde. Ein wahres Fest, dies so fotografieren zu können.

Einst florierte in dieser Gegend das Töpferhandwerk, zumal auch die benötigten Bodenschätze direkt vor Ort gefördert werden konnten. Daraus entstand eine Industrie, die den Ansässigen Arbeitsplätze verschaffte, doch von jener ist heute nichts mehr übrig.









Dienstag, 14. Februar 2017

the history behind the green

Halb versteckt hinter Bäumen und Sträuchern lag unser heutiges Ziel. Es sieht fast so aus, als ob die wuchernde Vegetation das verlassene Kurheim mitsamt seiner bewegten Geschichte Stück für Stück verschluckt. Dass sie dies leider nicht schnell genug tut, sah man Inneren des Gebäudes leider schon deutlich.
Doch trotz fortgeschrittener Vandalismus-Spuren ließen sich noch einige schöne Motive des natürlichen Verfalls finden.

Zu Beginn des19. Jahrhunderts wurde hier eine Gaststätte errichtet, die als ein beliebtes Auflugsziel in der Umgebung galt. Diese fiel zu Beginn des 20. Jahrhunderts einem Großbrand zum Opfer und wurde durch diesen komplett zerstört. Ein neues Gebäude entstand, welches bereits ein Jahr später feierlich eingeweiht wurde, ebenfalls wieder als Gaststätte. Es dauerte nur 5 Jahre, bis eine neuerliche Katastrophe das Objekt heimsuchte: diesmal war es kein Feuer sondern das Wasser einer Überschwemmung, welches dem Gebäude zusetzte.
Während der beiden Weltkriege wurde das Gasthaus zum Lazarett umfunktioniert, zwischen den Kriegen und auch danach wurde der Restaurant- und Hotelbetrieb wieder aufgenommen.
In den 60er Jahren entdeckte das Militär die Anlage für sich und für ca. 10 Jahre wurden hier erneut kranke Soldaten gesund gepflegt. Danach zog hier eine Kurklinik ein, die auf Herz-Kreislauf-Patienten und Orthopädie spezialisiert war. Als diese in eine neu gebaute Anlage umgesiedelt wurde, eröffnete hier tatsächlich noch einmal ein Restaurant, welches allerdings nur 2 Jahre Bestand hatte. Das war gegen Ende der 90er Jahre. Seither liegt das Gelände im Dornröschenschlaf.







Donnerstag, 9. Februar 2017

vault of the lost souls

Diese alte Familiengruft im Garten einer Kirche war bisher der einzige Ort, bei dem ich ganz froh war, dass hier nur Aufnahmen von außen gemacht werden konnten.
Alles andere wäre mir irgendwie pietätlos erschienen.
Dass nicht jeder so denkt, konnte man leider an den herumgerückten und teils sogar aufgerissenen Särgen durch die Fenster erspähen. Traurig, dass manche Menschen nicht einmal vor der Totenruhe Respekt haben.
Zur Geschichte dieses Ortes habe ich leider keinerlei Anhaltspunkte.




Donnerstag, 2. Februar 2017

collapsing world

An einem trüben Novembertag besuchten wir diese ehemalige Heilanstalt.
Die kahlen Bäume und das alles umgebende grau-braun der vergangenen Vegetation ließen den Ort noch trister und bedrückender wirken.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts als Bezirkskrankenhaus eröffnet, wurde diese Heilanstalt während des 2. Heilanstalt als Lazarett genutzt. Nach 1945 war hier ein russisches Militärkrankenhaus untergebracht. Seit dem Abzug der Sowjetischen Truppen nach der Wende stehen die Gebäude leer und verfallen zusehends.










Freitag, 27. Januar 2017

anatomy

Ein weiterer Lost Place, in dem es viele hübsche Details zu entdecken gab, war diese ehemalige renomierte berufsschulische Einrichtung.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude im Stil des Historismus errichtet und ca. 70 Jahre lang als Luxushotel genutzt. Darüber, was genau die Schließung dieses Hotels veranlasste, fehlt mir leider die Information. Zwischen den beiden Weltkriegen zog besagtes Institut in das Gebäude ein. Der Speisesaal wurde zum Schulungsraum umfunktioniert und ebenfalls die prachtvolle Eingangshalle wurde ein wenig zweckentfremdet. Auch sonst erinnert außer dem wundervollen alten Aufzug nicht mehr viel im Gebäude an den ehemaligen Hotelbetrieb.
Die Bildungseinrichtung verblieb dort, bis vor reichlich 10 Jahren die Kapazitäten nicht mehr ausreichten. Seit ihrem Auszug steht das schöne Gebäude nun leer.