Montag, 30. Dezember 2013

showgirls

Zum Jahresabschluss möchte ich Euch noch etwas edles präsentieren.

Bereits als ich das allererste Mal Bilder von dieser wundervollen Location sah, war mir klar: Hier ein Burlesque-Shooting... und nix anderes!
Und der Traum sollte sich erfüllen.
Ein halbes Jahr später stand ich also mit meinen beiden Models Katinka Kat und Viola Tor in diesem kleinen Schmuckstück von Schlösschen... und was soll ich sagen... es kommt in letzter Zeit nicht mehr häufig vor, dass ich mit available light arbeite, aber hier waren der Lichteinfall und die Farben so zauberhaft, dass ich den Blitz ganz schnell beiseite ließ.

Für mich war dies das tatsächlich schönste Lost-Place-Shooting im Jahr 2013.



Dann bleibt mir nur noch zu wünschen: Kommt alle gut rüber in das nächste, hoffentlich spannende, erlebnisreiche, aufregende und vor allem gute Jahr 2014.


Samstag, 28. Dezember 2013

nothing's sacred

Hooray for decay!
Im Mai dieses Jahres war es nun wieder soweit: Unsere Lost-Places-Tour durch Luxembourg, Belgien und Frankreich stand auf dem Plan.

Als erstes Ziel hatten wir diese Villa auserkoren, auf die ich unglaublich gespannt war. Eigentlich hätte klar sein müssen, was passiert, denn der Name passt wie die Faust aufs Auge zu der Flut an Bildern, die von diesem Gebäude durchs Netz geistern.
Um es somit gleich vorweg zu nehmen, meine Ewartungen wurden arg enttäuscht. Dass in diesem Haus die Gegenstände kreiseln und immer wieder woanders zu finden sind, war mir schon vorher klar. Doch noch viel schlimmer als das Werk der Urban Decorators fand ich den dreisten Diebstahl, der hier bereits begangen wurde. Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig Respekt manche Leute vor solchen Orten haben.

Trotzdem ließen sich noch einige schöne Motive finden und wenigstens hatte hier der Zerstörungwahn noch nicht allzu großen Einzug gehalten.


Zur Geschichte der Villa lässt sich nur so viel sagen, dass sie 1897 von einem Priester erbaut wurde, was auch die kleine Kapelle im ersten Stock erklärt. Seit der letzte Besitzer des Hauses vor vielen Jahren verstarb und der Erbe es weder verkauft noch renoviert, steht es verlassen in einem immer dichter werdenden Garten-Dschungel und wartet auf vielleicht wieder bessere Zeiten.


Freitag, 27. Dezember 2013

inside the dollhouse

Was habe ich sie früher geliebt, meine Puppenstube. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit wurde sie vom Dachboden geholt und mit allerhand Möbelstücken, Teppichen, Topfpflanzen, Geschirr und allem, was eben in so eine Puppenstube gehört, ausgestattet. Nicht zu vergessen natürlich die Puppen. Etliche von diesen Sachen waren bereits sehr alt, mit einigen hatte sogar schon meine Oma als Kind gespielt. Vielleicht wurde ja damals der Grundstein für meine Leidenschaft in Sachen Antikes gelegt, wer weiß.


Bei der Planung der Fotoshootings für die Lost-Places-Tour im Mai dieses Jahres kam mir die Idee, dieses Thema einmal fotografisch umzusetzen. Einige der Orte auf unserer Liste waren schließlich wie geschaffen dafür. Gesagt, genäht, gebastelt, gestylt und getan.
Meine beiden Models Katinka Kat und Viola Tor schlüpften also in die Rolle der Püppchen, die in ihrer Behausung auf dem Dachboden über die Zeit vergessen wurden. Danke, Ihr beiden für dieses großartige Shooting!!!




Mittwoch, 27. November 2013

all American dream

Anfang September hatte ich die wunderbare Möglichkeit, gemeinsam mit meinem Model Conny bei einem (hoffentlich nicht) einmaligen Event dabei sein zu dürfen: einem Oldtimer Autokino Abend, der wie auch schon unser gelungenes Kalendershooting im letzten Jahr von Mopars & Coffee & Friends Berlin organisiert wurde.

Hier ein Bericht zum Abend.





Neben den Event-Fotos durften Conny und ich auch noch einige Portraits schießen. Vielen Dank an alle Fahrer für die Erlaubnis, vor/an/in Euren tollen Wagen posieren zu dürfen!!! Und auch ein großes Danke an die liebe Conny, die an diesem Tag das erste Mal als Pin-Up vor der Kamera stand.



Im Anschluss ließen wir den Abend beim Film "American Graffiti" gemütlich ausklingen und inhalierten förmlich die großartige Atmosphäre. Schicke Schlitten auf der Leinwand wie auch davor. Was kann es schöneres geben?! 

Ich fiebere einer Wiederholung dieses Events im nächsten Jahr jetzt schon entgegen. 



Sonntag, 20. Oktober 2013

out of the darki

Mitten in einem verschlafenen Dorf irgendwo in Frankreich liegt dieses im Dornröschenschlaf, umgeben von riesigen Bäumen und einem hohen, rostigen Zaun.
Der Zugang steil hangabwärts gestaltet sich schwierig und sehr nervenaufreibend. Der andauernde Regen der letzten Tage machte dieses Unterfangen auch nicht gerade einfacher und so schlitterten wir mehr schlecht als recht in Richtung Schlösschen.
Schon beim Betreten der Empfangshalle wurde klar: dieser Anblick war jede Mühe wert gewesen.
Unsere Vorfreude auf dieses Kleinod war bereits riesig, doch was wir hier livehaftig vor uns sahen, übertraf die Vorstellungen noch bei Weitem.




Obwohl nur noch vereinzelte Einrichtungsgegenstände zu finden waren, hatte hier allein schon die Architektur des Gebäudes eine absolut atemberaubende Wirkung. Verzierten Wandvertäfelungen, Säulen, riesige Spiegel, Marmor in den geräumigen Badezimmern, die herrschaftlich wirkende Eingangshalle mit dem riesigen roten Teppich... am liebsten wäre ich sofort eingezogen.

Umso unglaublicher erscheint es, dass dieses wundervolle und gut erhaltene Gebäude bereits seit vielen Jahren leer steht.
Das Chateau wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und gehörte einer wohlhabenden Industriellenfamilie. Nach dem Tod des Besitzers in den 70er Jahren wurde es verkauft und bis in die 90er Jahre öffentlich (u. a. als Bibliothek) genutzt.

Samstag, 12. Oktober 2013

Wintermärchen

Saisonal schon fast wieder angepasst, möchte ich Euch hier noch ein paar Bilder zeigen, die im April gemeinsam mit meiner lieben Viola Tor in der Heilstätte Grabowsee entstanden sind.
Tausend Dank fürs Ausharren und posieren in diesen wahrhaft  eisigen Temperaturen!


Donnerstag, 12. September 2013

winter in spring

Heute möchte ich Euch wieder einmal auf eine Urbex-Tour mitnehmen.
Ziel waren diesmal die Heilstätten Grabowsee. "Oops, sie schreibt den Ort hin!!!" wird man jetzt sicher denken. Ja, tut sie. Und zwar aus dem Grunde, weil die Werbung hierfür ganz ausdrücklich erwünscht ist.

Zur Geschichte der Heilstätte:
Die Volksheilstätte am Grabowsee war in dieser Form die erste ihrer Art und wurde vom Deutschen Roten Kreuz als eine Versuchseinrichtung zur Behandlung von Lungentuberkulose im norddeutschen Flachland errichtet. 
Man startete im Frühjahr 1896 mit dem Aufbau von 27 Baracken auf einem 20 Hektar großen Gelände. Nachdem sich die gewünschten Heilerfolge einstellten, ersetzten nach und nach bis zum Jahre 1900 massive Bauten diese Baracken. 
Die Heilanstalt konnte mit 201 Patienten gleichzeitig belegt werden, die vorwiegend aus dem Arbeiterstand kamen und hauptsächlich von der Versicherungsanstalt Brandenburg überwiesen wurden. 
Der Komplex wurde 1997 geschlossen und verfällt seitdem zusehends. 


Wir schreiben den 01. April 2013. Das Wetter ist ebenfalls zu Scherzen aufgelegt und wartet statt mit frühlingshaften Temperaturen mit Eis und Schnee auf.
Tief versteckt im Wald nördlich von Berlin, an einer Straße, die schon ohne den winterlichen Zusatzbelag reichlich unwegsam und holperig gewesen wäre, tauchen auf einmal einige verfallene Gebäude auf. Hier muss es sein. Das große KidsGlobe Schild, was über dem Tor prangt, verrät, dass wir definitiv richtig sind. Begrüßt werden wir vom lauten Gebell einer kaukasischen Schäferhündin, die gemeinsam mit ihrem Herrchen Bernhard Hanke das Gelände bewohnt. Dieser kam auch gleich um die Ecke, begrüßte uns ebenfalls freundlich und verteilte Geländepläne. Dazu gab es viele interessante und hilfreiche Informationen zu den Heilstätten, und ebenfalls eine Menge historisches wusste Herr Hanke zu berichten.

Die Organisation KidsGlobe, welche unter der Schirmherrschaft von Roman Herzog steht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in den Heilstätten eine pädagogischen Einrichtung für Kinder einzurichten. Hier soll Geschichte live erlebbar gemacht werden.
Interessierte sind also jederzeit willkommen und können sich im Voraus unter hanke ( AT ) kidsglobe.org anmelden.









Donnerstag, 15. August 2013

Bei Mir Bist Du Schön III

Die kleine Sommerpause ist vorbei und weiter geht es mit neuen Bildern. 

Am 25.05.2013 war es nach ca. anderthalbjähriger Pause wieder einmal Zeit für eine 20er Jahre Party der "Bei Mir Bist Du Schön"-Reihe. Auch diesmal war ich als Fotografin für Portraits am Start.
Sehr familiär ging es an diesem Abend zu, aber wir ließen uns den Spaß trotzdem nicht nehmen, wie man sieht.
Und insgesamt sind wieder viele hübsche Bilder entstanden.

Tausend Dank an meine Models:
Janine, Jenni, Vio, Lidia, Mdm Paquerette, Frank und Carsten. 




Samstag, 13. Juli 2013

it's only in your head - Red Cross

Vom Ende springen wir nochmal auf Anfang.
Der erste Stopp auf unserer Italien-Reise lag gut versteckt in den Wäldern Norditaliens und war auch gleich ein Highlight der Tour.
Über den als "Red Cross" in Urbex-Kreisen bekannt gewordenen Ort ließ sich leider nichts geschichtliches weiter herausfinden, als dass es einst als Sommerferienlager genutzt wurde. Es muss zudem eine Einrichtung mit großer religiöser Ausrichtung gewesen sein. Im Inneren des von außen recht unscheinbar wirkenden Gebäudes befindet sich ein großer 2-etagiger Kirchenraum mit einem riesigen roten Kreuz an der Decke, das diesem Ort seinen Urbex-Namen gab.

Neben diesem Raum, den wir genau zur richtigen Tageszeit besuchten, als die Sonne ihn wundervoll illuminierte und das Gelb der Wände zum Leuchten brachte, gab es noch einige Schlafsääle, in denen man die Bettenreihen noch komplett vorfinden konnte.





Natürlich konnten wir uns ein kleines Fotoshooting hier ebenfalls nicht entgehen lassen.
So brachten Widget, Katinka Kat und Vio hier mal ein bisschen "mental madness" vor die Linse.




Da dies nun die letzte Fotostrecke aus Italien war, möchte ich abschließend noch einmal ein riesengroßes DANKE loswerden... an Mitorganisatorin und Model Katinka Kat, meine beiden Models Viola Tor und Widget, die trotz teilweiser körperlicher Ausfallerscheinungen zu jeder Schandtat bereit waren. An Ansgar, der tapfer die oft kurvigen Fahrstrecken meisterte, genauso wie Carsten, dem ich zudem noch das funktionstüchtige Equipment zu verdanken hatte.

ES WAR GROSSARTIG MIT EUCH!!!
Ich glaube, das war der bisher beste Urlaub meines Lebens.

Dienstag, 14. Mai 2013

veglione di carnevale - Palacio Casino

Das Palacio Casino sollte nun der letzte Stopp auf unserem Italien-Trip sein. Durch einen ausgedehnten Park mit riesigen Nadelbäumen und allerlei exotischen Gewächsen ging es vorbei an einem anderen, streckenweise sehr heruntergekommenen Teil des Gebäudes, in dem jetzt Bauarbeiten zu laufen schienen.
Im Casino angekommen, bewunderten wir die herrliche Architektur der Eingangshalle(n), die auch heute noch eine Menge Eleganz und Erhabenheit ausstrahlt. Wie es hier wohl früher einmal ausgesehen haben mag? Viele Einrichtungsgegenstände waren leider nicht mehr zu finden. Trotzdem finde ich, war dieser Ort auf jeden Fall den Besuch wert.


Das klassizistische Gebäude, welches 1789 erbaut und in den 1820er Jahren erweitert wurde, diente im frühen 19. Jahrhundert der ortsansässigen Herzogin als Hoftheater und das angrenzende Gebäude als Sommerresidenz und Jagdschloss. Später beherbergte es einige Museen.

Ein kleines Shooting gab es hier auch noch. Meine drei Models Viola Tor, Katinka Kat und Widget warfen sich dafür in schicke Roben und luden zum Maskenball. Dickes DANKE an Euch drei!!!




Donnerstag, 9. Mai 2013

once upon a time - Villa P.

Die Lage ist traumhaft. Direkt am See mit Ausblick auf eine filmreife Landschaftskulisse auf einem riesigen Grunstück gelegen, das eher einem tropischen Park gleicht. Und trotzdem: Die riesige Villa, welche 1821 gebaut wurde, ist seit vielen, vielen Jahren verlassen. Die Seite, die wir bei der Ankunft als erstes sehen, gibt noch einen recht intakten Eindruck ab. Aber als wir uns dem Gebäude nähern wird mit jedem Schritt deutlicher, dass dieser einstige Prachtbau seine besten Tage schon eine ganze Weile hinter sich hat. Ein Teil der Villa ist bereits eingestürzt, Holzjalousien hängen halb abgerissen in den Fenstern. Und auch im Inneren setzt sich das Bild des Verfalls fort: riesige Risse in den Wänden, Treppen, die so desolat erscheinen dass es einem doch ein recht mulmiges Gefühl bereitet. Aber es ist und bleibt faszinierend, dass man es hier mit dem rein natürlichen Verfall zu tun hat, kein Vandalismus, kein Geschmiere an den Wänden.


Und trotzdem lässt sich immernoch gut erahnen, wie prunkvoll es einst hier ausgesehen haben mag. Verblasste Wandmalerein, Kamine, Reste von Stuck und verschnörkelte Geländer lassen auf eine glanzvolle Vergangenheit schließen. Umso trauriger ist es, dass dieses Objekt dem Verfall preisgegeben ist und anscheinend nur auf den Tag des kompletten Zusammensturzes wartet.


Mittwoch, 8. Mai 2013

behind locked doors - the orphanage

Es war schon reichlich spät, quasi knapp vor Sonnenuntergang, als wir diesen Lost Place am Ende des 1. Tages unseres Italien-Trips erreichten: ein ehemaliges Sommerferienlager irgendwo im Nirgendwo, versteckt zwischen Bäumen und von der Öffentlichkeit lange vergessen.
Auf der Rasenfläche davor parkten einige Autos und laute Stimmen sowie Geräusche aus dem Gebäudeinneren ließen uns wissen: hier würden wir leider nicht allein sein. Als wir um die Ecke bogen, zischten auch schon die ersten Plastik-Kügelchen an uns vorbei: eine Horde Softair-Spieler (unschön, aber wenigstens kein Paintball) hatte sich ebenfalls heute hier eingefunden. Zum Glück waren die Jungs sehr nett und in Nullkommanix davon überzeugt, dass wir hier auch nur Besucher sind, und lediglich ein paar Bilder machen wollen. Nachdem wir die Etagen aufgeteilt hatten (unten Krieg, oben Fotos), erkundeten wir die Räume und waren reichlich schockiert, dass gerade im Haupt-Schlafsaal alle Wände und Säulen und teils sogar die Fenster mit Graffiti-Kritzeleien übersät waren. Sehr ernüchternd. Auch das Behandlungszimmer schien nur noch ein blasses Abbild dessen zu sein, was ich vorher auf Fotos im Netz gesehen hatte.



Trotzdem gab es noch einige schöne Details zu entdecken. Und speziell die langen Bettenreihen, welche zum Teil noch bezogene Kissen und Decken aufwiesen und wie gerade erst verlassen wirkten, erzeugten eine sehr spezielle, bedrückende Stimmung.

Dieser Ort wurde einst als katholisches Ferienheim für Kinder genutzt (Dokumente gehen zurück bis in die 30er Jahre) und steht seit vielen Jahren leer. Seit geraumer Zeit hat die Gemeinde Pläne zur Sanierung und Umnutzung des Geländes als Erholungsstätte (u. a. ist ein Park geplant), allerdings scheint das Vorhaben bis heute an den finanziellen Mitteln zu scheitern.





Zu guter Letzt gab es vor Ort sogar noch ein ganz spontanes Shooting, da Katinka Kat und Widget so angetan waren, dass sie sich flux noch einmal ihn ihre weißen Nachthemdchen warfen. (danke, Ihr Süßen!) Daraus entstand dann später eine kleine Bildergeschichte, die ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten will.





Dienstag, 30. April 2013

alone in the dark - Manicomio di C.

Und noch einmal tauchten wir in das dunkle Stück Geschichte ein, das Italien bis weit in die 70er Jahre mit seinen berühmtberüchtigten "Irrenanstalten" schrieb.
Der riesige Gebäudekomplex, der sich mitten in einer Stadt befand, wirkte zum Teil - trotz des bedauerlicherweise fortschreitenden Vandalismus - sehr erhaben. Kein Wunder, denn wir durchstreiften hier gleichzeitig ein ehemaliges Kloster und den Teil eines Schlosses. Besonders eindrucksvoll fand ich die Farb- und Lichtspiele, welche die Sonne uns in die unzähligen Korridore malte. So einige Überbleibsel der Einrichtung waren auch noch zu entdecken. Insgesamt ein doch recht interessanter Ort mit einer erfreulichen kleinen Überraschung, denn die sehr unscheinbare Pathologie entdeckten wirklich nur per Zufall.


Und noch ein wenig zur Geschichte:
Es war im Jahr 1873, als die Provinzverwaltung bedingt durch den Ausbruch einer Cholera-Epidemie in der Stadt beschloss, die psychiatrische Klinik vorübergehend in die Räumlichkeiten des ehemaligen herzoglichen Palasts und sowie des ehemaligen Kloster von San Domenico zu verlegen. Und da Provisorien bekanntlichermaßen am längsten halten, blieb die Einrichtung bis zu ihrer Schließung in den 90er Jahren auch an diesem Ort. Immer wieder wurden die nur unzureichenden baulichen Zustände kritisiert, jedoch beließ man das Gebäude trotzdem weitestgehend im Urzustand, ohne nennenswerte Veränderungen vorzunehmen, die für den Klinikbetrieb dringend nötig gewesen wären. Ab Mitte der 60er Jahre begann auch hier - wie überall in Italien die Zeit des Umbruches und der Reformierung, die letztlich den Patienten erheblich bessere Lebensbedingungen verschaffte.






Sonntag, 28. April 2013

heat wave

Gleich vorweg: Ja, mir geht es gut. Ich wurde ja schon danach gefragt. Auch wenn das jetzt alles gleich sehr hell und bunt aussieht, nicht erschrecken. Betrachten wir es viel mehr als ein Experiment. Bei den Bildern vom Pool, welcher uns beim Italien-Trip zur Verfügung stand, konnte ich mich mal ein bisschen ausprobieren und ein paar neue Bearbeitungsstile testen. Was davon in künftige Bilder einfließen wird... wir werden sehen.

Freut Euch nun also einfach gemeinsam mit mir eine Runde auf den kommenden - hoffentlich großartigen - Sommer.




Ein paar Pin-Up-Bilder sind nebenbei trotzdem noch entstanden. ;)






Großes DANKE an Widget und Katinka Kat!!!

Samstag, 27. April 2013

sanctum

Italien, irgendwo im Nirgendwo. Ein Ort, der aus nicht viel mehr als einer Tankstelle und einem Supermarkt zu bestehen schien. Hier fanden wir dieses Urbex-Kleinod: eine wundervolle kleine Kirche, die seit vielen Jahren leer steht und unbeachtet vor sich hin verfällt. Mittlerweile ist sie zig Tauben zur Heimstatt geworden, die unter der Decke und im Turm ihre Nistplätze bezogen haben, was dem ganzen Besuch eine sehr, nun ja, geruchsintensive Note bescherte.
Über die Geschichte dieses Ortes war leider nichts herauszufinden, wobei zu vermuten ist, dass es - ob der Lage - auch nicht unbedingt seitenweise zu berichten gäbe.


Ein kleines Shooting ließen wir uns ebenfalls nicht nehmen. Katinka Kat und Widget schlüpften hierfür in madonnenhaft anmutende Mittelalter-Roben. Danke, meine Damen! :)

 


Mittwoch, 10. April 2013

castello di batrace - a touch of medieval

Ein weiteres Schloss bzw. eine Burg, die wir auf unserer Italien-Reise besuchten, war das Castello di R.
Vor allem das Kaminzimmer mit seiner üppigen Wandmalerei hatte es mir angetan, ebenso wie die Tatsache, dass der an sich recht "grau" wirkende Raum auf den Bildern, die ich mit der Kamera dort schoss, plötzlich ganz warm und lebendig wirkte. Ein wunderschöner Effekt. Doch nicht nur dieses Zimmer bot Sehenswertes. Obwohl sich im Gebäude schon ein paar Gestalten mit zweifelhaften Absichten ausgetobt haben mussten, hielt sich der Vandalismus doch noch in erträglichen Grenzen. Wenigstens waren keine Grafittis zu entdecken und es boten sich somit auch noch schöne Hintergründe für ein kleines Fotoshooting. (Diese Bilder hatte ich ja bereits im letzten Posting vorgestellt.)
Im Garten und rund um das Schloss konnte man zudem unzählige winzige Fröschlein durch die Gegend hüpfen sehen.




Dass man kaum etwas über die Vergangenheit dieser Burganlage findet, ist nicht weiter verwunderlich, da selbige nicht so weit zurückreicht, wie man anhand der mittelalterlichen Wandmalereien mutmaßen könnte. Erbaut wurde sie erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts von einem namhaften Architekten aus Turin in Anlehnung an die alte, sehr viel geschichtsträchtigere Burg, die nur ein paar hundert Meter entfernt zu finden ist.





Montag, 8. April 2013

everlasting grace

Weiter geht es mit ein paar Shooting-Bildern von unserer Italien-Reise im letzten Jahr.
An diesem Tag wurde es anmutig, ja fast ein bisschen märchenhaft. Und wo fotografiert man drei Prinzessinnen am besten? Genau! In ihrer natürlichen Umgebung, einem Schloss, oder wie in diesem Falle: einer verlassenen Burg. (zur Location später ein paar Worte mehr)

Alle drei Outfits wurden von mir genäht, bzw. zusammengebastelt.
Make-Up und Frisuren entstanden gemeinsam.



Großes DANKE an meine phantastischen drei Grazien: Katinka Kat, Viola Tor und Widget.




Montag, 18. März 2013

a fairytale came true

Und wieder war es trüb und regnerisch, als wir den langen, anstrengenden Aufstieg zu einem ungeheuer vielversprechenden Lost Place der Italien-Tour in Angriff nahmen.
Ein wenig innere Unruhe und Anspannung machte sich breit. Würden wir tatsächlich in Kürze in diesem wundervollen Bauwerk stehen dürfen? Das Glück war uns hold und weit und breit keine Menschenseele zu sehen (dem Regen sei Dank), als wir die Lichtung betraten und das imposante Schloss maurischen Stils erblickten.


Nach einer vorsichtigen Umrundung, fanden wir, was wir suchten: unseren Eingang. Drinnen herrschte fast völlige Dunkelheit. Im Entenmarsch schlichen wir die schmale Wendeltreppe nach oben und als ich vom vorderen Ende unserer kleinen Karawane ein unterdrückt-verzücktes Qietschen hörte, wusste ich, wir waren genau richtig.
Atemberaubend imposant und unwirklich wie ein Traum präsentierte sich der Anblick der großen Halle.
Tausendundeine Nacht. Hier. Jetzt. Und wir mittendrin. Unfassbar.
Für ein paar Minuten war ich zu nichts Anderem als zum Staunen fähig. Dann ging es mit der Kamera auf Erkundungstour. Ein Raum wundervoller als der andere offenbarte sich uns, ein wahrer Urbex-Rausch!


Das Schloss wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut und erfuhr in den Folgejahren immer wieder Erweiterungen. Ende des 18. Jahrhunderts entstand in einem Teil des riesigen Parks, der das Anwesen umgibt, eine Sammlung exotischer Bäume und Pflanzen. Selbst Mammutbäume sollen dazugehört haben.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloss dann als Luxushotel und Spa genutzt. Da es allerdings aus baulichen Gründen nur wenigen Hotelgästen Platz bieten konnte, wurde diese Umnutzung gleichzeitig zum Todesurteil für das Hotel. Auch der bereits begonnene Neubau eines naheliegenden Komplexes mit weiteren Hotelzimmern konnte keine Wendung mehr einleiten, zu groß war der finanzielle Druck bereits geworden. Ende der 90er Jahre erfolgte die Schließung und seither steht das wunderschöne Anwesen leer.





Dienstag, 5. März 2013

no brain, no gain

Endlich hat es mal geklappt, das Shooting mit Madame Fehlfunktion, die für ihre ausgefallenen Bilder mit viel Witz und Charme hinreichend bekannt ist. Ich weiß gar nicht, wie viele Jahre wir uns schon fleißig mailen und gegenseitig Fotos kommentieren, bis es nun schließlich einmal zu einer Zusammenarbeit kam.
Es war mir auf jeden Fall ein ganz besonders Fest, die sympathische Schweizerin persönlich kennenlernen zu dürfen und mit ihr zusammen eine kleine Zombie-Pin-Up-Serie entstehen zu lassen. Ich hätte mir kein Model vorstellen können, was für diese Bilder besser geeignet gewesen wäre.
Kurzum, es war ein Shooting-Vormittag mit jeder Menge Spaß, glibberigem Pudding-Hirn und tollen Ergebnissen.




Dass wir aber nicht nur grün können, wurde noch ein einer Mini-Beauty-Serie (nun ja, unserer Art...) eingefangen, die ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten möchte.





Danke, liebe Fehli!!! Ich freu mich schon auf unsere nächsten Zusammenarbeiten.



Dienstag, 19. Februar 2013

a fading beauty

Ein trüber, regnerischer Tag ist es, an dem wir das Gelände auf dem großen Hügel mitten in der Toscana betreten.
Alles wirkt seltsam bedrückend und komplett menschenverlassen. Die Villa, welche unser Ziel ist, scheint hier nicht das einzigste leerstehende Objekt zu sein.
Wir haben Glück und finden schnell einen Weg ins Innere des Gebäudes, wo uns in kellerähnlichen Räumen das blanke Chaos erwartet. Müll und ehemalige Einrichtungsgegenstände liegen wild verstreut herum und das hektische Fiepen allerorts sagt mir, dass wir wohl die neuen Hausherren gehörig aufgeschreckt haben mussten.

Schnurstracks geht es in den ersten Stock, wo wir den leider einzigen noch ansehnlichen Raum in Augenschein nehmen: den legendären Saal mit den geschwungenen Balkonen, den riesigen Wandgemälden sowie einem Klavier, das leider nur noch ein Skelett ist. Der Rest des Gebäudes liegt mittlerweile leider in Trümmern. 2010 muss es wohl Versuche gegeben haben, eins der Wandgemälde zu restaurieren, aber das Gerüst hierzu ist heute wieder aus dem Saal verschwunden und der Ort verfällt weiter vor sich hin.


Die Geschichte besagt, dass diese Villa in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Anwesen einer wohlhabenden Familie war,  eingebettet in einen malerischen Park. Doch aller Prunk und Reichtum halfen nicht, den sehnlichsten Wunsch des Ehepaars zu erfüllen, ihren geisteskranken Sohn gesund zu machen. Zeit seines Lebens versuchte der Vater ein Heilmittel für sein Kind zu finden - vergebens. Kurz bevor er starb, beschloss er, seine Besitztümer, darunter auch die Villa und den Park der Wissenschaft und Forschung zu vermachen und das Anwesen in eine psychiatrische Einrichtung umzuwandeln, um so die Gewissheit zu haben, dass sein Sohn auch nach seinem Tod hier weiterhin ein gutes Zuhause haben würde.


Sonntag, 10. Februar 2013

trippple madness

Natürlich gab es im Rahmen unserer Italien-Tour auch ein paar Shootings mit den drei anwesenden Damen vor der Kamera. :)
Eins davon fand in einer Location statt, von der ich schon sehr lange als Fotokulisse träumte. Leider gibt es außer der großen Halle kaum noch weitere Räume, die sehens- und fotografierenswert waren. Doch dazu mehr, wenn ich Euch den Lost Place an sich in einem der nächsten Postings näher vorstelle.

"Strange" sollte es heute werden, ein bisschen zwischen Albtraum und Fashionfotografie, düster und doch schön.
Um diesen Effekt zu verstärken, habe ich hier mit einem (mittlerweile sehr liebgewonnenen) Weitwinkelobjektiv gearbeitet und so leicht verzerrte Perspektiven erzeugt. Ich hoffe, es ist meinen drei Models Viola Tor, Widget und Katinka Kat und mir gelungen, ein wenig "Irrsinn" rüberzubringen.


Sonntag, 3. Februar 2013

no hope - just fear

Italien. Berühmt für gute Weine, Pizza und Pasta, warmes Klima und Urlaubsfeeling.
Nun. Das ist die eine Seite. Eine sehr traurige und beschämende Berühmtheit erlangte das Land für seine "Manicomios" und den dortigen Umgang mit Patienten mit psychischer Erkrankung. Bis in die späten 70er Jahre waren diese Anstalten Orte des Grauens und oftmals ohne Wiederkehr, die jedem Horrorfilm zur Ehre gereicht hätten. Wegsperren, anketten, foltern mit Elektroschocks und Eisbädern, Zwangssterilisationen und Misshandlungen, all das gehörte hier zur Tagesordnung. Menschenwürde? Fehlanzeige.
Den Wendepunkt im Jahre 1978 läutete maßgeblich der Psychologe Franco Basaglia ein, der die Öffentlichkeit auf die Missstände in den "Irrenanstalten" des Landes aufmerksam machte, was letztlich zu einer Reform und somit zur Schließung dieser Anstalten führte.

Auch das Manicomio di R. gehörte dazu. Es galt als die zentrale Einrichtung der Provinz. 1871 erbaut, diente es zuerst als Hospital einer karitativen Einrichtung, und später als militärische Akademie. Während der Weltkriege erfuhr der Gebäudekomplex seine Umwandlung in eine psychiatrische Anstalt.
1981 schlossen sich die Tore endgültig und der Ort fiel in einen Dornröschenschlaf.


Wir hatten im Vorfeld viel über die ehemalige Anstalt recherchiert und unsere Vorfreude und Spannung auf diesen wundervoll intakten Lost Place war immens.
Nur drei Tage vor Antritt unseres Italien-Trips erreichte uns jedoch die Hiobsbotschaft: Alles dicht! Kein Hineinkommen mehr.
Wir waren am Boden zerstört, sollte dies doch eins der Highlights unserer Tour werden.
Vor Ort erfolgte dann der Beschluss: Wir versuchen es trotzdem, wenn wir schon einmal in der Nähe sind. Ohne viel Hoffnung machten wir uns also gegen 5:30 Uhr auf den ca. 80km langen Weg über endlose und verdammt kurvige Landstraßen.

Und letztlich hatten wir doch Glück! Der Zugang zum Gelände, welcher uns im Rahmen der Planung echtes Kopfzerbrechen bereitet hatte, stand einladend offen und ebenfalls war rasch eine offene Tür ins Innere des Hauptgebäudes gefunden.

Der Rest war purer Adrenalinrausch. Im Licht der ersten Sonnenstrahlen des Tages streiften wir durch die beeindruckenden Gänge und Hallen im Erdgeschoss, ließen die Kameras heiß laufen und arbeiteten uns zu den Behandlungsräumen vor, was einem Lauf durch ein Labyrinth glich, da immer wieder Zugänge und Zwischentüren versperrt waren.
Das beeindruckendste war, dass das Objekt tatsächlich nur dem reinen natürlichen Verfall unterlag. Keinerlei Graffiti-Schmierereien oder andere Vandalismus-Spuren waren auszumachen. Aufgrund der Lage des Objekts ein kaum zu glaubender Fakt.
Leider hatten wir nur ca. eine Stunde Zeit für unsere Erkundung und waren der einstimmigen Meinung, dass wir hier hätten gut und gern noch einen halben Tag verbringen können. Aber die Uhr drängte, immerhin hatten wir an diesem Tag noch eine weite Fahrt zum zweiten "Stützpunkt" der Tour auf dem Programm.







Freitag, 18. Januar 2013

underworld

Endlich einmal habe ich die Zeit gefunden, mich neben der Bearbeitung diverser Model-Shooting-Bilder auch wieder der Fotos vergangener Urban Exploring-Touren anzunehmen, die da auf meiner Festplatte so vor sich hin schlummern.
Heute nehme ich Euch mit an einen der wohl interessantesten und schönsten Plätze, die ich jemals gesehen habe. Ein Ort mit "wohlige-Gänsehaut-Faktor".

Ein seltsames Zwielicht umfing uns, als wir nach einer kleinen Kletterpartie in der riesigen Gruft angekommen waren. Es war weder wirklich dunkel, denn die Oberlichter sorgten für mehr Licht als angenommen, noch wirklich hell. Alles erschien staubig-blassgraugrün, verblichen wie die Knochen der unzähligen Menschen, die in dieser beachtlichen Anlage bestattet worden waren. Eingelassene Bilder auf den Steinen zeigten die Gesichter derer, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten und gaben den Namen ein Gesicht. Vereinzelt zeugten die hierzlande so beliebten Plastikblumen von letzten Besuchen der Angehörigen, die schon lange, lange her sein mussten. Hier und da lief Wasser von der Decke an den Wänden herunter und im Laufe der Zeit, die hier unten nicht von Bedeutung erschien, hatten sich bereits kleine Stalaktiten gebildet. Ein Ort der andächtigen Stille und des Staunens, eine lautere Kommunikation als Flüstern war völlig undenkbar.
Einige der Gänge waren bereits stärker in Mitleidenschaft gezogen, wie herunterefallene Grabplatten belegten. Von größerem Vandalismus sah man zum Glück nichts und man will nur hoffen, dass dies so bleibt.

Die riesige unterirdische Grabanlage wurde im Jahr 1878 in Betrieb genommen und letzte Bestattungen fanden hier bis in die 1980er Jahre statt.
Seitdem kümmert sich zumindest um einen großen Teil der Gruft  niemand mehr und dieser wundervolle Ort ist dem Verfall preisgegeben.





Die Bilder vom kleinen Blitz-Shooting mit Katinka Kat, die hier ebenfalls entstanden, habe ich ja vor einer Weile schon vorgestellt.

Donnerstag, 17. Januar 2013

l'étoile

Bereits zum zweiten Mal hatte ich das Vergnügen, die bezaubernde Michelle aka Madame Rouge aus Braunschweig vor meiner Kamera zu haben. Diesmal stand etwas ausgefallen-elegantes auf dem Plan, was ich endlich einmal wieder mit einem kleinen Näh-Projekt (Kleid) sowie einem ausgefallenen Make-Up verbinden konnte.



Danke, liebe Michelle für Deinen Besuch in Berlin und die tolle Photo-Session.