Freitag, 18. Januar 2013

underworld

Endlich einmal habe ich die Zeit gefunden, mich neben der Bearbeitung diverser Model-Shooting-Bilder auch wieder der Fotos vergangener Urban Exploring-Touren anzunehmen, die da auf meiner Festplatte so vor sich hin schlummern.
Heute nehme ich Euch mit an einen der wohl interessantesten und schönsten Plätze, die ich jemals gesehen habe. Ein Ort mit "wohlige-Gänsehaut-Faktor".

Ein seltsames Zwielicht umfing uns, als wir nach einer kleinen Kletterpartie in der riesigen Gruft angekommen waren. Es war weder wirklich dunkel, denn die Oberlichter sorgten für mehr Licht als angenommen, noch wirklich hell. Alles erschien staubig-blassgraugrün, verblichen wie die Knochen der unzähligen Menschen, die in dieser beachtlichen Anlage bestattet worden waren. Eingelassene Bilder auf den Steinen zeigten die Gesichter derer, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten und gaben den Namen ein Gesicht. Vereinzelt zeugten die hierzlande so beliebten Plastikblumen von letzten Besuchen der Angehörigen, die schon lange, lange her sein mussten. Hier und da lief Wasser von der Decke an den Wänden herunter und im Laufe der Zeit, die hier unten nicht von Bedeutung erschien, hatten sich bereits kleine Stalaktiten gebildet. Ein Ort der andächtigen Stille und des Staunens, eine lautere Kommunikation als Flüstern war völlig undenkbar.
Einige der Gänge waren bereits stärker in Mitleidenschaft gezogen, wie herunterefallene Grabplatten belegten. Von größerem Vandalismus sah man zum Glück nichts und man will nur hoffen, dass dies so bleibt.

Die riesige unterirdische Grabanlage wurde im Jahr 1878 in Betrieb genommen und letzte Bestattungen fanden hier bis in die 1980er Jahre statt.
Seitdem kümmert sich zumindest um einen großen Teil der Gruft  niemand mehr und dieser wundervolle Ort ist dem Verfall preisgegeben.





Die Bilder vom kleinen Blitz-Shooting mit Katinka Kat, die hier ebenfalls entstanden, habe ich ja vor einer Weile schon vorgestellt.

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