Donnerstag, 11. Dezember 2014

the nightmare from upstairs


Es ist kalt und verregnet (ja, immer noch!), als wir durch die dichten Büsche und in das alte Bauernhaus schlüpfen. Staubgraues, tristes Zwielicht empfängt uns und scheint alle Farben zu schlucken. Leise - sofern das auf der alten, knarzenden Holztreppe möglich ist - begeben wir uns in den ersten Stock. Die Zimmer sind erfreulich unvermüllt, und die wundervollen massiven Kleiderschränke, Kommoden und Betten lassen mein antik-verliebtes Herzlein höher hüpfen.

Ich bin gerade dabei, mein Stativ in Position zu rücken für die ersten Schüsse, als einer meiner beiden Begleiter durch die Tür kommt und mir direkt ins Bild latscht. Als ich fragend von der Kamera aufschaue, bemerke ich eine gewisse Panik in seinem Gesicht. Gestenreich flüstert er mir zu "Hier ist jemand, schnell raus!!!". Als wir dann wieder vor der Tür im Licht stehen, bekomme ich folgende Erklärung: "Da lag jemand. Es hing ein Jackett am Bett und Schuhe standen davor."
Ich muss kichern, murmle etwas von "Urban Decorators" und bin schlussendlich trotzdem die Einzige, die sich wieder nach oben traut und tapfer ihre Bilder schießt.


Dann ist das Erdgeschoss dran. In der Küche riecht es tatsächlich zum Weglaufen, so wie ich es vorher schon gehört hatte. Der Gestank kommt von den großen Kühltruhen, aus denen irgendwelche Flüssigkeit sickert. Was da drin verwest, möchte keiner wissen. Es wurde auch schon wild im WWW gemutmaßt, dass dies der immernoch anhaltende Geruch des letzten Bewohners ist, der im Haus verstorben und viel später erst gefunden worden war bzw. dass der ehemalige Besitzer seine vor ihm verstorbene Frau in einer der Kühltruhen gelagert hätte.
Man sieht: das Gebäude scheint die Fiktion deutlich anzuziehen. ;)

Kommentare:

  1. es ist einfach so unglaublich wie Orte verlassen werden.... es wirkt wie in einer Zeitschleife

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