Dienstag, 29. Dezember 2015

and the final curtain falls

Ein Art Deco Theater inmitten einer trostlosen Schwerindustrie-Gegend, von außen kaum mehr als solches zu erkennen.
Tristes Grau ist allgegenwärtig. Kein Geschäft, kein Restaurant im Umkreis hat hier mehr geöffnet. Die Gegend liegt seit Jahren brach. Das Theater selbst, welches ebenfalls noch einen Kinosaal beherbergte, diente früher den Arbeitern der umliegenden Industrie-Standorte als Ort der Erholung. 1996 wurde es geschlossen. Später fand hier noch einmal eine Ausstellung zur Stadtgeschichte statt.
Seither ist es dem Verfall und leider auch dem Vandalismus preisgegeben, der gerade im letzten Jahr rapide voranschritt. Einige Male wurde versucht, Feuer zu legen, die Inneneinrichtung ist bereits weitestgehend zerschlagen und mit Grafittis besprüht.
Die Abrissbagger werden wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Einige umliegende Gebäude wurden bereits dem Erdboden gleich gemacht.
Wirklich schade um diesen einst so schönen Ort.



Sonntag, 20. Dezember 2015

where the wild blue rain grows

Wenn ich an diesen Ort zurückdenke, habe ich immer noch den Fliederduft in der Nase und das Zwitschern der Amseln im Ohr.
Es war ein milder Frühlingstag, als wir den großen zugewucherten Garten betraten, inmitten dessen sich unser Ziel befindet.
Was muss dies einmal für ein zauberhafter Ort zum leben und wohnen gewesen sein?
Im Inneren der Villa bewunderten wir das außergewöhnlich schöne Treppenhaus mit seinen Stuckdecken und den filigranen, detailreichen Wandmalereien, die dem ganzen irgendwie einen märchenhaften Charakter gaben.
Einst gehörte dieses Schlösschen einem Unternehmer im gestalterischen Bereich, der die Zimmer als Geschäfts- sowie Wohnräume nutzte. Seit seinem Tod und der damit einhergehenden Schließung seines Unternehmens im Jahr 2009 steht das Anwesen leer.





Montag, 14. Dezember 2015

industrialist's villa

Irgendwo im Nirgendwom inmitten malerischer Natur treffen wir auf diese Fabrikantenvilla.
Dem vormalige Eigentümer diente sie als Wohn- wie auch Geschäftsort zur Leitung der benachbarten Metall-Fabrik.
Was zur Aufgabe dieser Firma und des Wohnhauses vor etlichen Jahren führte, ist mir allerdings unbekannt.

Da wir hier so gegen Ende des allgemeinen Ansturms aufschlugen, waren leider die Spuren von Vandalismus und Wittlerei nicht zu übersehen. Ein paar schöne Motive ließen sich aber noch einfangen. Trotzdem überwog die Enttäuschung. Das Ganze wurde schließlich noch getoppt, als eine Horde von knapp 10 anderen "Explorern" laut herumblökend das Gelände enterte, wie die Irren an verschlossenen Türen rüttelte und dann trampelnd in das Anwesen einfiel. Welch ein Glück, dass wir zu dem Zeitpunkt gerade fertig geworden waren. Kopfschüttelnd und resignierend überließen wir den Primaten das Feld, uns einmal mehr fragend, was nur aus dieser "Szene" nur geworden ist.






Samstag, 12. Dezember 2015

a silent song

Hoch oben überm Fluss mit einem malerischen Ausblick auf die Umgebung thronte unser heutiges Ausflugsziel, ein verlassenes Schloss mit bewegter Geschichte.
Der Garten sowie auch das Innere des Anwesens befanden sich in einem ganz wunderbar maroden Zustand, wahrhaft ein kleines Lost Place Juwel.

Die Aufzeichungen zu diesem Schloss reichen bis ins Jahr 881 zurück, zum damaligen Aussehen ist jedoch nichts darin zu finden. Später befanden sich nacheinander 2 Klöster innerhalb der Schlossmauern.
Nachdem das zweite zugunsten einer Benediktiner-Abtei in der Nähe aufgelöst wurde, wechselten sich viele reiche Familien und Edelherren im Besitz des Schlosses ab.
Im 19. Jahrhundert gelangte das Schloss in den Besitz eines Grafen, der die Anlage im Stil des Neobarock und der Neorenaissance umbauen und erweitern ließ.
Als der letzte männliche Nachkomme dessen in den 1930er Jahren verstarb, ging das Schloss wieder in einen anderen Familienbesitz über.
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde der damalige Besitzer enteignet, das Land an umliegende Bauern aufgeteilt und die Güter in die Obhut eines Treuhandfonds überführt.
Seitdem wurde das Schloss als Jugendheim, Ausbildungsstätte und Psychiatrische Einrichtung genutzt. Auch eine Zwangsversteigerung hat das Anwesen bereits hinter sich.
Heute steht es leer, dient hin und wieder als Foto- und Filmkulisse und wartet darauf, irgendwann wieder aus seinem Dornröschenschlaf erweckt zu werden.