Samstag, 23. Januar 2016

shadows, lights and colors


An sich gab es nicht sehr viel zu sehen in den riesigen, teils fensterlosen Häusern. Zumindest was das Interior betraf, war nichts zurückgelassen worden.
Trotzdem waren diese altehrwürdigen Gebäude alles andere als langweilig: das Licht und die vor sich hin blätternden Farben der Wände gaben diesem Ort einen besonderen Charme. Ich glaube, ich habe mich noch nie so dermaßen in der Fotografie von völlig leeren Zimmern verloren wie an diesem Tag.
Die Highlights waren aber zweifelsohne ein wunderhübsches geräumiges Treppenhaus und die dazu im völligen Gegensatz stehenden beengten Gefängniszellen in einem der Nebengebäude.


Erbaut wurde diese einstige militärische Einrichtung Ende des 18. Jahrhunderts.
In den 1930er Jahren erfuhr der Komplex eine Erweiterung und war während des 2. Weltkriegs erst von den deutschen und später von der amerikanischen Truppen besetzt.
Weitere Umbauarbeiten wurden in den 1970er Jahren vorgenommen, eine Zeit, in der auch das militärische Personal begann, eine aufgeschlossenere Beziehung zu den Bewohnern des Ortes zu pflegen, indem man beispielsweise Tage der offenen Tür und sportliche Wettkämpfe mit der örtlichen Polizei veranstaltete.
Als in den 1990er Jahren der Pflichtwehrdienst abgeschafft wurde, schloss man diese Kaserne. Erst 15 Jahre später wurde sie verkauft und nun Stück für Stück in eine Wohnanlage umgewandelt.