Mittwoch, 25. Mai 2016

elite only

Das Gebäude, vor dem wir stehen, ist riesig und verwinkelt - ein ehemaliges DDR-Krankenhaus ist es, was hier darauf wartet, von uns erkundet zu werden.
Wir beginnen unsere fotografische Visite im Keller, wo es an diesem außerordentlich heißen Sommertag erfrischend kühl ist. Das geräumige Hallenbad, welches wir hier vorfinden, wäre wohl mit sauberem Wasser gefüllt noch schöner gewesen. Doch ausschweifende Träumerei ist nicht im straffen Programm inbegriffen, das wir vor uns haben, wenn wir an diesem Tag den gesamten Bau erkunden wollen.
Je höher wir beim erklimmen der einzelnen Etagen gelangen, desto drückender und schwüler wird die Luft. Drückend ist irgendwie auch die Stimmung, trotz des strahlenden Sonnenscheins vor den staubigen Fenstern.



Wer früher hier behandelt werden durfte, war genauestens festgelegt.
Kein Zutritt für Otto Normalbürger.
Folglich konnte man sicher sein, dass den Patienten dieses Hauses die damals bestmögliche medizinische Versorgung, Betreuung und Therapiemethoden zuteil wurden, von denen die restliche Bevölkerung des Landes nur träumen konnte.
Entsprechend war der ganze Verwaltungsapparat selbstverständlich durchsetzt von Mitarbeitern der Staatssicherheit, die ihre Spitzel in jeder Station und Abteilung hatte und das Verhalten der Angestellten untereinander geprägt von Misstrauen und Unsicherheit.

Diese Klinik wurde in den 70er Jahren errichtet und auch nach der Wende weiter Krankenhaus genutzt. Seit einem knappen Jahrzehnt steht sie nun leer.



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