Mittwoch, 28. Juni 2017

dystopia

Diese verlassene Fabrik übt schon seit vielen Jahren eine ganz besondere Faszination auf mich aus.
Das Areal verströmt so eine unglaublich düstere, post-apokalyptische Stimmung, dass man sich sofort in eine andere Zeit versetzt fühlt: in eine dunkle Zukunft, in der jede Hoffnung Geschichte ist.

Aufgrund der enormen Ausstrahlung und Anziehungskraft dieses Ortes verwundert es einen auch so gar nicht, dass dieser schon etlichen Filmen als Kulisse diente.
Doch heute gab es hier nur uns.

Die Geschichte der Fabrik geht zurück bis ins beginnende 20. Jahrhundert. Bis zum zweiten Weltkrieg wurden hier Baustoffe hergestellt.
Nachdem die sowjetischen Besatzer das Werk komplett zerlegt hatten, und fast nichts von den Maschinen übrig geblieben war, spezialisierte man sich in den 50er Jahren auf die Herstellung von Futtermittelzusätzen. Nach einer groß angelegten Erweiterung der Produktionsstätte lief ebenfalls die Baustoffherstellung wieder an.
Die Wiedervereinigung besiegelte schließlich leider auch das Schicksal dieses Betriebes. Sinkende Absatzzahlen und die Machenschaften zwielichtiger Investoren führten Ende der 90er Jahre das finale Aus herbei.

Seither liegt hier alles brach und verfällt. Eine Nachnutzung erfolgte bisher eben so wenig wie der Abriss, welcher durch teils meterdicke Stahlbeton-Elemente enorm erschwert werden würde.
Zeitgleich lassen diese aber auch hoffen, dass die Gebäude in ihrem aktuellen Zustand noch eine lange Zeit zu bestaunen sein werden und vielleicht auch noch das eine oder andere Mal mehr über die Kinoleinwand flimmern.











Donnerstag, 8. Juni 2017

big brother is watching you II

Über diesen Ort und seine Geschichte habe ich bereits schon einmal an anderer Stelle berichtet.
Da das ganze Areal jedoch riesig ist, haben wir uns den zweiten, benachbarten Teil davon, der insgesamt ganze 18 Häuser umfasst, bei einem späteren Besuch angesehen.










Sonntag, 26. März 2017

the pottery

Eine abgelegene Kleinstadt. Verfallene Häuser und zugewucherte Bahnanlagen lassen darauf schließen, dass die hiesige Einwohnerzahl in den letzten Jahren wohl mehr und mehr gesunken sein muss. Das trübe Licht dieses kalten Januartages verstärkt die triste Stimmung nur noch mehr. Harschiger Schnee knirscht unter unseren Sohlen, als wir uns an die alte Steingutwarenfabrik heranpirschen.
Was wir drinnen vorfinden, ist wahres Gold für jeden Explorer: die Regale sind voll von Rohlingen und Gussformen und das Meiste davon scheint tatsächlich noch in dem Zustand zu sein, wie es einst verlassen wurde. Ein wahres Fest, dies so fotografieren zu können.

Einst florierte in dieser Gegend das Töpferhandwerk, zumal auch die benötigten Bodenschätze direkt vor Ort gefördert werden konnten. Daraus entstand eine Industrie, die den Ansässigen Arbeitsplätze verschaffte, doch von jener ist heute nichts mehr übrig.