Freitag, 27. Januar 2017

anatomy

Ein weiterer Lost Place, in dem es viele hübsche Details zu entdecken gab, war diese ehemalige renomierte berufsschulische Einrichtung.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude im Stil des Historismus errichtet und ca. 70 Jahre lang als Luxushotel genutzt. Darüber, was genau die Schließung dieses Hotels veranlasste, fehlt mir leider die Information. Zwischen den beiden Weltkriegen zog besagtes Institut in das Gebäude ein. Der Speisesaal wurde zum Schulungsraum umfunktioniert und ebenfalls die prachtvolle Eingangshalle wurde ein wenig zweckentfremdet. Auch sonst erinnert außer dem wundervollen alten Aufzug nicht mehr viel im Gebäude an den ehemaligen Hotelbetrieb.
Die Bildungseinrichtung verblieb dort, bis vor reichlich 10 Jahren die Kapazitäten nicht mehr ausreichten. Seit ihrem Auszug steht das schöne Gebäude nun leer.











Dienstag, 24. Januar 2017

terminal illness

Es war schon recht spät, als wir im langsam schwindenden Licht des Tages diese ehemalige Klinik betraten. Viel Zeit uns umzusehen würden wir also nicht haben. Letztlich empfand ich diesen Fakt aber nicht als zu tragisch, denn das Gebäude war derart durchzogen von Moder und Schimmel, dass ein kürzerer Besuch für den allgemeinen Gesundheitszustand sicher eher zu vertreten war als ein ausgiebiger.

So wirklich lauschig fühlte es sich hier in der einsetzenden Dämmerung zudem auch nicht an.
Überall tropfte und plätscherte es, die Luftfeuchtigkeit war so enorm, dass die meisten Fensterscheiben beschlagen waren. Moos bedeckte Wände und Böden, hauchte neues Leben in diesen menschenleeren Ort und der penetrante, faulige Geruch nach nassem Mauerwerk und verrottendem Holz verfolgte uns auf Schritt und Tritt.











Mittwoch, 18. Januar 2017

home of the birds

Die Stimmung mutete ein bisschen wie einer Erzählung von Edgar Allan Poe entsprungen an: eine prunkvolle alte Villa im trüben ersten Tageslicht dieses Novembermorgens und draußen krächzten die Raben.

Luxuriös und prachtvoll musste es hier einst gewesen sein, das ließ sich definitiv auch heute noch erkennen.
Obwohl es bis auf ein paar Einbaumöbel kein Interieur mehr zu finden gab, boten auch die leeren Räume schon jede Menge wundervolle Motive. Aufwändige Kassettendecken, Stuck, Ornamente im Boden, und das wundervolle Treppenhaus mit seinen dominanten Säulen sowie einem aufwändig gestalteten Geländer verströmten auch heute noch ihren Charme. In der Mitte des Baus gab es sogar einen Lichthof.
Der schöne Anblick wurde nur leider hin und wieder gestört von der zweckmäßig-hässlichen baulichen Verunstaltung, die dieser Villa zuteil wurde, zu einer Zeit, in der es sie augenscheinlich als Bürogebäude genutzt wurde.

Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und zuletzt bis Ende der 90er Jahre genutzt, wohnen seither nur noch ein paar Tauben an diesem Ort.












Montag, 16. Januar 2017

someone left the light on

Inmitten einer malerischen Landschaft weit oben auf einem Berg thront das Sanatorium, welchem wir an diesem Tag einen Besuch abstatteten.
Bis Mitte der 90er Jahre fanden hier Patienten Genesung und Ruhe.
Die Einrichtung war für damalige Zeiten sehr modern und fortschrittlich. Therapiert wurde ein breites Spektrum an Erkrankungen: von Beschwerden mit dem Bewegungsapparat über Herz-Kreislauf-Probleme bis hin zu psychologischen Erschöpfungszuständen. Auch Rehabilitationsmaßnahmen nach Operationen fanden hier statt.

Die über 100 Zimmer waren sehr komfortabel eingerichtet, der Patient konnte die Sauna, ein Schwimmbad, sowie diverse andere Freizeiteinrichtungen nutzen.

Leider kam es seit der Schließung auch hier immer wieder zu Diebstählen sowie Sachbeschädigungen im Gebäude und vor nicht allzu langer Zeit sogar zu einem Brand.

Trotzdem keimt ein bisschen Hoffnung auf, denn so wie es aussieht, soll die Einrichtung saniert und danach und weiterhin als Sanatorium genutzt werden. Wann diese Pläne allerdings in die Tat umgesetzt werden, steht in den Sternen.