a fading beauty

Ein trüber, regnerischer Tag ist es, an dem wir das Gelände auf dem großen Hügel mitten in der Toscana betreten.
Alles wirkt seltsam bedrückend und komplett menschenverlassen. Die Villa, welche unser Ziel ist, scheint hier nicht das einzigste leerstehende Objekt zu sein.
Wir haben Glück und finden schnell einen Weg ins Innere des Gebäudes, wo uns in kellerähnlichen Räumen das blanke Chaos erwartet. Müll und ehemalige Einrichtungsgegenstände liegen wild verstreut herum und das hektische Fiepen allerorts sagt mir, dass wir wohl die neuen Hausherren gehörig aufgeschreckt haben mussten.

Schnurstracks geht es in den ersten Stock, wo wir den leider einzigen noch ansehnlichen Raum in Augenschein nehmen: den legendären Saal mit den geschwungenen Balkonen, den riesigen Wandgemälden sowie einem Klavier, das leider nur noch ein Skelett ist. Der Rest des Gebäudes liegt mittlerweile leider in Trümmern. 2010 muss es wohl Versuche gegeben haben, eins der Wandgemälde zu restaurieren, aber das Gerüst hierzu ist heute wieder aus dem Saal verschwunden und der Ort verfällt weiter vor sich hin.


Die Geschichte besagt, dass diese Villa in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Anwesen einer wohlhabenden Familie war,  eingebettet in einen malerischen Park. Doch aller Prunk und Reichtum halfen nicht, den sehnlichsten Wunsch des Ehepaars zu erfüllen, ihren geisteskranken Sohn gesund zu machen. Zeit seines Lebens versuchte der Vater ein Heilmittel für sein Kind zu finden - vergebens. Kurz bevor er starb, beschloss er, seine Besitztümer, darunter auch die Villa und den Park der Wissenschaft und Forschung zu vermachen und das Anwesen in eine psychiatrische Einrichtung umzuwandeln, um so die Gewissheit zu haben, dass sein Sohn auch nach seinem Tod hier weiterhin ein gutes Zuhause haben würde.