don't jump off the edge of the pool

Dieses Schwimmbad stand eigentlich eher auf der B-Liste unserer Tour. Am Ende des bereits erwähnten unerfolgreichen 2. Tages schauten wir aber doch noch einmal hier vorbei, obwohl die Hoffnung hineinzugelangen recht gering war.
Aber manchmal muss man auch Glück haben.

Seit mehr als 10 Jahren steht das zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Neo-Renaissance-Stil errichtete Gebäude mittlerweile leer, und wirkt trotz seiner Präsenz inmitten der belebten Umgebung vergessen.
Zur Zeit des Baus war es noch nicht selbstverständlich, dass jeder die Möglichkeit hatte, daheim zu duschen oder gar zu baden. Stattdessen wusch sich der einfache Bürger mit dem Wasser, was auf der Straße aus Pumpen gezapft wurde. Der Unterschied zwischen Arm und Reich war diesbezüglich immens.
Unter anderem um Krankheiten wie Cholera zu verbannen, warb die Stadt speziell bei diesen ärmeren Menschen mit dem Badehaus für Sauberkeit. Hier sollte sich jeder für kleines Geld eine Dusche leisten können, freilich mit weniger Luxus verbunden, als in den separaten, beheizten Räumen, die mit gusseiserner Badewanne ausgestattet waren und den betuchteren Bürgern vorbehalten blieben.


Das große Schwimmbecken im Herzen der Anlage war anfangs mit einem Glasdach überspannt, was zwar eine überaus lichtdurchflutete Atmosphäre schuf, aber auch Probleme mit sich brachte. Der Wasserdampf setzte dem Konstrukt so zu, dass es aus Sicherheitsgründen durch ein massives Dach ersetzt musste.

Auch sehr sehenswert war - neben den edel anmutenden Wandelgängen rings um das Becken - der Heizraum mit zahlreichen rostigen Rohren, Ventilen und Kesseln.

Was die Zukunft des Bades betrifft, so wurden vor ein paar Jahren Pläne bekannt, es in ein Spa-Hotel umzuwandeln, doch bisher hat man mit der Umsetzung dieser noch nicht begonnen.


Und da wir nun schon mal hier waren, nutzten wir die Gelegenheit gleich noch für ein kleines Shooting im 40er/50er Jahre Pin-Up Stil. Danke an meine beiden hinreißenden Models Viola Tor und Katinka Kat! :)