where freedom is only a vision

Zweifelsohne war dieses Gefängnis die absolute Top-Location unserer Tour. Schon Monate vorher hatte ich sabbernd vor den Bildern dieses Lost Places gesessen. Heute sollte es auch für uns endlich so weit sein.

Die Freude stieg ins unermessliche, als wir dann tatsächlich im Hof standen und über die endlos erscheinenden Zäune mit Stacheldraht blickten. Was für eine imposante Anlage!


Auf dem Gelände des Gefängnisses stand ursprünglich nur eine Abtei, bis man Anfang des 19. Jahrhunderts entschied, dass 2 kleinere Gefängnisse aus der Umgebung aufgrund ihrer Unwirtschaftlichkeit zusammengelegt werdem sollten und die Abtei einen entsprechenden Umbau erfuhr.

Später wurden verschiedene Trakte angelegt, so dass man die Geschlechter separat unterbringen konnte. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte man jedoch mit einer enormen Überbelegung zu kämpfen, die teils so extrem war, dass manche der Häftlichen sogar auf Matratzen auf dem Gang schlafen mussten. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Hygiene zu diesem Zeitpunkt unterirdisch war, was letztlich sogar zu Typhus-Epedemien führte. Unglaubliche 20 Jahre hielt dieser erbärmliche Zustand an, in denen es den Wärtern kaum gelang, die Insassen unter Kontrolle zu halten.
Endlich entschloss man sich dann zum Bau eines weiteren Blocks, der 1 Jahr später bereits fertig gestellt war.
Um Strom zu sparen und das Tageslicht bestmöglich zu nutzen, errichtete man als Dach eine Glas-Stahl-Konstruktion.


Im zweiten Weltkrieg wurde das Gefängnis ca. zur Hälfte von den deutschen Besatzern genutzt, was ein zweites Tor in der Nordwand nötig machte. Den Höhepunkt in der Belegung während der Kriegszeit erreichte man im Jahr 1944, wo zeitweilig 7-8 Gefangene in einer 9 qm - Zelle hausten.

Nach 1946 fanden umfangreiche Rekonstruktiosarbeiten statt, bevor die Haftanstalt 14 Jahre später wieder eröffnet werden konnte. Die neuen Insassen waren junge Straftäter unter 30 Jahren.
Einige Jahre später kam es zum Aufstand: 60 Gefangene weigerten sich, in ihre Zellen zurückzukehren, nahmen Wärter als Geiseln, stahlen die Schlüssel und ließen die anderen frei, legten Feuer im Kino, der Wäscherei, den Werkstätten und der Krankenstation.
16 Stunden später wurde das Gelände von einer 80 Mann starken Spezialeinheit der Polizei gestürmt, während die Feuerwehr gegen den Brand kämpfte.

Das Gefängnis wurde letztlich im Herbst 2011 geschlossen und Pläne sahen vor, es teils abzureißen und einen den Rest später zu sanieren. Nichts von diesen Plänen wurde bisher realisiert.