at the end of our days

Etwa anderthalb Stunden vor Anbruch der Dunkelheit erreichten wir unser Ziel, ein Schlösschen, was fast vergessen hinter einer Menge Gestrüpp und Unterholz vor sich hin verfällt.
Jetzt musste es schnell gehen, da wir hier zum einen ein kleines Shooting geplant hatten und ich natürlich auch noch ein paar Location-Bilder schießen wollte.
Trotz der Hektik, das Licht erwies sich in dieser kurzen uns zur Verfügung stehenden Zeit als magisch. Schräg fielen die rotgoldenen Strahlen der tiefstehenden Sonne durch die Fenster und spielten mit dem durch jeden Schritt aufgewirbelten Staub.

Während mein Model Viola Tor sich zurecht machte, hatte ich ein wenig Zeit, das Haus mit der Kamera zu erkunden.
Trotz dass dieser Ort kein wirklich unbekannter ist, nahm ich mit Freude zur Kenntnis, dass mutwillige Zerstörung kaum auszumachen war. Nur Frau Wittler war wohl auch hier schon mehrfach einmarschiert und hatte die diversen Rollstühle, Fernseher und andere Überbleibsel der bewohnten Ära des Hauses "fotogen drappiert".


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde dieses Anwesen erbaut. Es gehörte einer reichen Familie, die jedoch nach Ende des 2. Weltkriegs enteignet wurde.
Danach wurde das Schloss als Pflegeeinrichtung genutzt und steht seit nun seit vielen Jahren leer. Wie prachtvoll der es einst umgebende Parkt mit seinen seltenen Gewächsen und zahlreichen Springbrunnen ausgesehen haben mag, lässt sich heute nur noch erahnen. Hier ranken nun nur noch Efeu und Dornengestrüpp.