holy woodworm

Es ist früher Nachmittag, als wir am Ziel ankommen: eine verlassene Holzkirche in einem verschlafenen Örtchen mitten im Nirgendwo.
Nur leider schläft hier doch nicht jeder, sondern genau auf der anderen Straßenseite haben es sich ein paar Einheimische mit einem Bierchen gemütlich gemacht.
Da der Weg zum Objekt unserer fotografischen Begierde leider direkt an der Herrenrunde vorbeiführte, hieß die Taktik heute "Flucht nach vorn". So schickten wir den Mann vor, der mit seinem schönsten Sonntagslächeln, drei Brocken Landessprache sowie Händen und Füßen unser Anliegen verdeutlichte.
Ein kurzes Grübeln auf der anderen Seite, dann Lachen und Nicken: "Klar! Geht einfach rein."
Manchmal kann's auch einfach sein.

Düster, schlicht und klobig war der erste Eindruck von außen. Das Innere präsentierte sich dann - gerade mit den einfallenden Sonnenstrahlen - wesentlich freundlicher:
Milde, warme Farben und dieser einmalige Geruch von altem, trockenen Holz. Die ganze Struktur zeigte sich erfreulich intakt und frei von Fäulnis. 

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde diese evangelische Kirche sowie der Kirchturm komplett aus Lärchenholz erbaut. In besagtem Turm sollen mittlerweile Eulen wohnen.
Einst existierte neben der Kirche auch ein kleiner Friedhof. Von diesem ist heute jedoch nichts mehr übrig.